Grünkohl mit Pita - Der Podcast von Niedersachsen packt an

Grünkohl mit Pita - Der Podcast von Niedersachsen packt an

TO GO #9 Necla Eberle-Erdogan, Türkei und Hildesheim

TO GO #9 Necla Eberle-Erdogan, Türkei und Hildesheim

1970 kommt Necla Eberle-Erdogan aus der Türkei nach Deutschland. Der jungen Sozialarbeiterin ist das Leben in einem türkischen Dorf einfach zu eng, sie ist neugierig und macht sich auf den Weg in ein für sie fremdes Land. Sie erzählt über das Ankommen und darüber, was sie heute antreibt: Seit vielen Jahren engagiert sie sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

#25 Gianni Jovanovic: Woke Großmutter, Verletzungen und Humor

Gianni Jovanovic ist Aktivist, Performer und eine der bekanntesten Stimmen der Romnja in Deutschland. Mit 14 Jahren verheirateten ihn seine Eltern. Mit 16 wurde er zum ersten Mal Vater. Mit Anfang 20 outete sich Gianni Jovanovic als schwul. Als Sohn einer Roma-Familie und homosexueller Mann erlebt er offenen Rassismus und wird täglich mit Vorurteilen konfrontiert. Seit Jahren kämpft Gianni Jovanovic dagegen.
Er erzählt uns unter anderem von einem Brandanschlag auf seine Familie, bei der er als Vierjähriger schwer verletzt wurde, von der Zwangsheirat und seinen Selbstzweifeln. Gianni macht sich stark für die Belange der Romnja und schafft es mit viel Charme und Humor, die Menschen für sich zu gewinnen.

TO Go #8 Zain-Alabidin Al-Khatir, Sudan und Gronau

2013 flieht der Student Zain-Alabidin Al-Khatir aus dem Sudan. Über Ägypten kommt zunächst nach Libyen, das ein wichtiges Transitland für Geflüchtete aus vielen afrikanischen Ländern ist. Dort arbeitet er als Tagelöhner, um sein Leben zu finanzieren. Als auch dort sein Leben in Gefahr ist, wagt er die Überfahrt über das Mittelmeer. 2015 kommt er in Niedersachsen an. Die Geschichte seiner Flucht beschreibt er eindrucksvoll in seinem Buch „Um's Überleben kämpfen“. Das Schreiben hilft ihm, sich mit den traumatischen Erlebnissen seiner Flucht auseinander zu setzen.
Neben seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker engagiert er sich als Nachwuchstrainer für seine Fußballmannschaft in der Region Hildesheim.

#24 Oksana Nazarenko: Beengte Wohnverhältnisse, Kochen für die Ukraine und Überwintern

Zusammen mit ihrem damals 17-jährigen Sohn ist Oksana Nazarenko im Frühjahr vor dem Ukraine-Krieg aus Kiew geflohen. Ihr Ziel: Hannover, wo ihre Mutter wohnt, die Anfang der 1990er Jahre im Rahmen des Aufnahmeprogramms für jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland kam. Damals durfte Oksana nicht bleiben, weil sie schon volljährig war. Sie ging zurück in die Ukraine und baute sich dort ein Leben auf, bekam einen Sohn, arbeitete zuletzt als Kundendienst-Managerin für einen deutschen Badarmaturen-Hersteller. Doch dann kam der russische Angriffskrieg. Jetzt ist Oksana wieder hier. Sie engagiert sich ehrenamtlich beim Ukrainischen Verein Niedersachsen. Sie erzählt, wie es ihr selbst geht, ihrem Sohn, aber auch anderen Geflüchteten, die sie über ihr Ehrenamt kennengelernt hat. Und sie erzählt, was mit dem Winter auf die Menschen in der Ukraine zukommt.

TO Go #7 Margarita Suslovic, Ukraine und Hannover

Margarita Suslovic kommt 1994 im Rahmen des Aufnahmeprogramms für jüdische Kontingentflüchtlinge aus der Ukraine nach Niedersachsen. Als Sozialarbeiterin beim Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden unterstützt die studierte Biologin jüdische Kontingentflüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Sie baut ihnen seit vielen Jahren eine Brücke und erleichtert ihnen so die Teilhabe in der Gesellschaft.

#23 Leyla Hatami: Torte auf dem Fußboden, Krippenspiel und Männernetzwerke

Leyla Hatami ist noch recht neu in der Kommunalpolitik. Seit etwa einem Jahr ist sie Abgeordnete der Regionsversammlung Hannover für die SPD. Eine wie sie - Frau, alleinerziehend und aus einer Einwanderungsfamilie - wagt sich eher selten in die Politik. Im Gespräch erzählt Leyla Hatami, was sie antreibt, wie ihre Erfahrungen sind in der sehr männlich geprägten Welt der Kommunalpolitik und wie sie als Kind eines Iraners und einer Deutschen aufgewachsen ist.

TO GO #6 Lorenzo Annese, Italien und Bokensdorf

Mit 20 Jahren kommt Lorenzo Annese im Jahr 1958 als einer der ersten sogenannten Gastarbeiter aus Italien nach Deutschland, um hier in der Landwirtschaft zu arbeiten. Aber Lorenzo möchte etwas anderes: Als Mitglied einer Besuchergruppe, die das Volkswagenwerk besichtigt, biegt er kurzerhand bei der Personalabteilung ab und stellt sich dort als potentieller Mitarbeiter vor. Und sein Mut wird belohnt: Obwohl er weder lesen noch schreiben kann, darf er als Schweißer anfangen, 1965 wird er dann bei Volkswagen der erste ausländische Betriebsrat in der Bundesrepublik.
In Niedersachsen findet er seine große Liebe und auch ein neues Zuhause, auch wenn sein Herz nach wie vor in Italien ist.

#22 Tamer Suleiman: Frust in der Schule, Firma als Familie und Briefe vom Amt

Tamer Suleiman ist als Fachkraft für Metalltechnik bei der Firma Nordluft in Lohne im oldenburgischen Münsterland tätig. Der junge Mann, der aus Syrien stammt, kam 2015 aus der Türkei nach Deutschland. Damals sprach er kein Wort Deutsch. Nur vier Jahre später schloss er seine Ausbildung erfolgreich ab, obwohl er zwischendurch beinahe abgebrochen hätte. Vor allem die Schule machte ihm zu schaffen. Doch er suchte Unterstützung und bekam sie dann auch. Tamer erzählt über den weiten Weg aus Syrien über die Türkei nach Lohne und über den weiten Weg vom Praktikum zur bestandenen Gesellenprüfung.

TO GO #5 Valerie Cholodow, Kasachstan und Hannover

Valerie Cholodow ist eine von insgesamt mehr als 4,5 Millionen Aussiedler:innen und Spätaussiedler:innen, die seit 1950 aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind und hier ein neues Zuhause gefunden haben. Sie kamen vor allem aus Russland und der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan, wohin das Stalin-Regime die sogenannten "Russlanddeutschen" während des Zweiten Weltkriegs verbannt hatte. Eine von ihnen, Valerie Cholodow, war sieben Jahre alt, als sie mit ihrer Familie nach Deutschland kam. Die 26-Jährige spricht über das Ankommen in Deutschland.

#21 Katharina Nocun: Verschwörungserzählungen, Kontrollverlust und Hollywood

Katharina Nocun ist Politikwissenschaftlerin und Netzexpertin. Katharina wurde in der polnischen Stadt Tychy (Ti_CH-i) geboren und kam als Dreijährige mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie interessierte sich schon früh für Politik, speziell für das Thema Vorratsdatenspeicherung. Für die Piratenpartei kandidierte sie 2013 im Landkreis Osnabrück-Land. Inzwischen ist sie aus der Partei ausgetreten. Sie beschäftigt sich als Publizistin vor allem mit dem Thema Verschwörungserzählungen. Zusammen mit Pia Lamberty hat sie bereits zwei Bücher geschrieben: „Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen" und „True Facts - Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft“.
Im Gespräch erläutert sie, was es mit antimuslimischem Verschwörungsdenken auf sich hat, welche Parallelen es zwischen Verschwörungserzählungen und Hollywood-Filmen gibt und wie man mit Menschen aus seinem Umfeld umgehen sollte, die in Verschwörungskreise abzudriften drohen.