Grünkohl mit Pita - Der Podcast von Niedersachsen packt an

Grünkohl mit Pita - Der Podcast von Niedersachsen packt an

#19 Farschid Ali Zahedi: Sehnsucht nach Iran, ein Hut und Verantwortung

#19 Farschid Ali Zahedi: Sehnsucht nach Iran, ein Hut und Verantwortung

Die heutige Folge kommt aus der Hauptstadt des Grünkohls, aus Oldenburg. Dort lebt Farschid Ali Zahedi, Filmemacher und Gründungsmitglied von Werkstattfilm. Farschid, der in jungen Jahren als Journalist für eine Tageszeitung in Teheran arbeitete, ist 1984 aus dem Iran nach Deutschland geflohen. Das war zu Zeiten der Islamischen Revolution und des ersten Golfkriegs. Bei einer Demonstration gegen das Mullah-Regime erlitt er eine schwere Augenverletzung. Aus politischen Gründen floh er aus dem Iran, auf Umwegen kam er nach Oldenburg. Dort gründete er 1992 den Verein Werkstattfilm. Er hat Dokumentarfilme gedreht über die Oldenburger Geschichte während des Nationalsozialismus, über den Beitrag der sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter zur Stadtgesellschaft. Für sein Engagement wurde er sogar mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Im Gespräch erzählt Farschid, dass er eigentlich gar nicht in Deutschland bleiben wollte, warum er sich seit Jahren so für die Stadtgeschichte Oldenburgs interessiert und welche Kraft es ihm gibt, zusammen mit anderen Menschen Verantwortung zu übernehmen und an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

TO GO #2 Anh Van Thai, Vietnam und Aurich

In unserem neuen Kurzformat "Grünkohl mit Pita to go" stellen wir euch Menschen vor, die in den letzten 75 Jahren ein neues Zuhause in Niedersachsen gefunden haben. In der zweiten Folge ist es Anh van Thai, der mit 14 Jahren aus Vietnam geflohen ist. Er gehörte zu den sogenannten „Boat People“, von denen einige auch in Deutschland Zuflucht fanden. Anh Van Thai wuchs in einer Pflegefamilie auf und hat in Aurich ein neues Zuhause gefunden. Um die Geschichte der „Boat People“ und ihre Aufnahme in Niedersachsen in den 1970er und 1980er Jahren geht es in dieser Folge.

Anh van Thai ist Zuhause in Niedersachsen.

#18 Lena Gorelik: Russische Gastfreundschaft, No-go-Area und Liebe

In „Wer wir sind“ erzählt die Journalistin und Schriftstellerin Lena Gorelik ihre eigene Geschichte und die ihrer Familie. Als sogenannte jüdische Kontingentflüchtlinge kamen sie 1992 aus St. Petersburg nach Deutschland. Das ist fast auf den Tag genau 30 Jahre her. In dieser Folge spricht Lena Gorelik darüber, wie es sich zu Perestroika-Zeiten in Russland lebte, wie es für sie anfangs in der deutschen Schule war, als sie noch kein Wort verstand und wie sie das Wohnen im Flüchtlingsheim erlebte.

TO GO #1 Adisa Stöfer-Avdic, Bosnien und Herzegowina und Emden

In unserem neuen Kurzformat "Grünkohl mit Pita to go" stellen wir euch Menschen vor, die in den letzten 75 Jahren ein neues Zuhause in Niedersachsen gefunden haben. In der ersten Folge lernt Ihr Adisa Stöfer-Avdic kennen, die 1993 mit 16 Jahren aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland flieht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Ängsten ist sie heute Lehrerin in Emden.
Adisa Stöfer-Avdic bildet angehende Erzieherinnen und Erzieher aus und legt dabei Wert auf einen diskriminierungssensiblen Umgang.

Adisa Stöfer-Avdic ist Zuhause in Niedersachsen.

#17 Zeliha Karaboya: Jesusbild, Sonderschulempfehlung und Jurastudium

Die Juristin Zeliah Karaboya ist Co-Leiterin des Migrationszentrums Göttingen, das vor 30 Jahren zum Modell für die dezentrale Flüchtlingsberatung in Niedersachsen wurde. Dass Zeliha als Tochter kurdischer Eltern aus der Türkei einmal in Deutschland Jura studieren würde, war in den 1980er Jahren alles andere als selbstverständlich. Mit vier Jahren holten ihre Eltern, die als Arbeitsmigranten ins Ruhrgebiet gegangen waren, Zeliha aus der Türkei nach. Sie erzählt, dass sie in der ersten und zweiten Klasse sehr schnell ihre erste Fremdsprache lernte. Allerdings war das nicht Deutsch, sondern Türkisch. Und sie verrät, dass sie als Kind dachte, in ihrer Wohnung habe vor ihr Jesus gewohnt. Außerdem spricht sie über die aktuellen Herausforderungen bei der Aufnahme ukrainischer Geflüchteter und über die Rahmenbedingungen der Flüchtlingsarbeit.

#16 Florence Brokowski-Shekete: Deutsche Pflegemama, Kulturschock in Nigeria und Perspektivwechsel

Florence Brokowski-Shekete wurde in Hamburg als Tochter nigerianischer Eltern geboten. Sie wuchs bei ihrer weißen Pflegemama in Buxtehude auf. Zwischendurch lebte sie gut drei Jahre in Nigeria in ihrer Ursprungsfamilie, wo sie sich aber nicht zuhause fühlte. Zurück bei ihrer deutscher Pflegemama absolvierte sie die Schule und machte eine erstaunliche Karriere. Als Lehrerin, Schulleiterin, Schulamtsdirektorin und Bestseller-Autorin. Florence Brokowski-Shekete spricht darüber, wie sie in Buxtehude in den 1970er und 1980er Jahren komplett weiß sozialisiert wurde, über das Leben zwischen den Stühlen und darüber, was Schule heute tun kann, um gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen.

#15 Natascha Wellmann-Rizo: Sonderfolge - Der Ukraine-Krieg aus deutsch-russischer Perspektive

Nachdem vor kurzem Oksana Janzen hier einen Einblick in die ukrainische Community in Niedersachsen gegeben hat, spricht Eva Völker heute mit Natascha Wellmann darüber, wie Russinnen und Russen in Deutschland, aber auch in Russland, Putins Krieg erleben. Als Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingshilfe beim Migrationszentrum Göttingen ist Natascha am Puls des Geschehens - immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine kommen auch in Göttingen und Umgebung an.

#14 Oksana Janzen: Sonderfolge zur Ukraine-Krise: Zwischen Ohnmacht und Engagement

Der Anlass für diese Folge ist traurig: Putins Krieg gegen die Ukraine. Oksana Janzen ist Vorsitzende des Ukrainischen Vereins in Niedersachsen. Zusammen mit anderen Einrichtungen koordiniert sie die Hilfsangebote für die Menschen in der Ukraine und für die Geflüchteten, die nach Niedersachsen kommen. Oksana Janzen gibt einen Überblick über die Angebote und Aktivitäten des Vereins und einen Einblick, wie sie und die ukrainische Community in Niedersachsen den Krieg erleben.

#13 Fahed Kalaji: Flucht wider Willen, Einser-Abitur und Online-Uni

Fahed Kalaji, 24 Jahre, hat vor knapp einem Jahr in Göttingen Abitur gemacht. Inzwischen hat der junge Syrer ein Lehramtsstudium im Rheinland begonnen. Fahed hat einen weiten Weg hinter sich: Mit seiner Familie flüchtete er aus Aleppo zunächst in eine andere Stadt in Syrien, dann in die Türkei. Von dort machte er sich 2016 alleine auf den Weg nach Deutschland. Warum er eigentlich gar nicht fliehen wollte, es dann aber doch tat, wie es ihm in Deutschland ergangen ist und warum er eigentlich gar nicht mehr so gerne über seine Flucht spricht, erzählt Fahed Kalaji in dieser Folge.

#12 Mithu Sanyal: Deutsche Staatsbürgerschaft, katholische Kindheit und Kardamom-Allergie

Die Autorin, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal wurde als Tochter eines indischen Vaters und einer polnischen Mutter in Deutschland geboren. In dieser Folge erzählt sie, warum sie sich so genau an ihre Einbürgerung mit gerade mal drei Jahren erinnert, wie gut sie sich als Jugendliche in London gefühlt hat und wie sie Realität und Fiktion in ihrem Roman „Identitti“ miteinander verwoben hat. Zum Beispiel kommen die Morde von Hanau im Buch vor. Vor allem aber geht es darum, wie es für die Studentin Nivedita ist, als Person of Colour in einer weißen Mehrheitsgesellschaft zu leben. Einen Skandal gibt es auch: Eine der zentralen Figuren, Professorin Saraswati gibt vor, Schwarz zu sein, ist in Wirklichkeit aber Weiße. Mithu Sanyal erzählt, wie wichtig es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist, im Gespräch miteinander zu bleiben, auch wenn es Konflikte gibt.